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Der erste Pups vor dem Freund

Jede von uns kennt dieses Szenario, man lernt jemanden kennen, den man echt toll findet und durchlebt die verschieden Etappen des Kennenlernens.

 

Man hat telefoniert, geschrieben und sich gedatet. Irgendwann ist es dann so weit die erste Übernachtung steht an. Bei den Einen etwas früher, bei den Anderen etwas später. Idealerweise geht man erst einmal romantisch etwas essen, vielleicht kann der Angebetene sogar kochen und zaubert uns direkt zu Hause ein tolles Menü. In unserem Fall wurde die Filmauswahl vertrauensvoll an mich übergeben. Mein erster Gedanke: »Bitte ein Film ohne Sex, wir wollen den Guten ja nicht schon bei der ersten Übernachtung auf dumme Gedanken bringen!«. Und ganz wichtig, keine allzu heiße weibliche Granate sollte in dem Film mitspielen – grenzt die Auswahl auch schon ungemein ein. Er soll ja gefälligst die Augen schön bei mir behalten. Was passiert eigentlich, wenn ich furzen muss?

„Bitte lieber Gott mach, dass ich keine Luft im Bauch habe. Vielleicht esse ich einfach nichts?!“

Als Zwischeninformation, möchte ich euch nicht vorenthalten, dass ER bereits nach der dritten Verabredung seinem überflüssigen Gas freien Lauf ließ. Er hatte auch wenig Hemmungen, diesem ohne jede Vorwarnung den Gang in die Freiheit zu gewähren. Aber wen kümmert es schon – er ist ja ein Mann.

Als wir dann im Bett lagen und die Ruhe eingekehrt war, merkte ich langsam wie der Druck im Bauch wuchs. »Verdammt, ich hätte die Käse – Nachos mit Salsa weglassen sollen!«. Ein vorsichtiger Blick auf seine Bettseite gab mir grünes Licht – er schlief.

Puuuuuh dem Himmel sei Dank, nun konnte ich die angestaute Luft aus meinem Bauch entweichen lassen … *Lautes Knattern*. Ich zuckte zusammen: »Der war jetzt echt lauter, als ich angenommen hatte!«. Postwendend blinzelte ich wieder nach links, um festzustellen, ob er dieses gewitterähnliche Geräusch gehört hatte. Zu meinem Glück, war noch alles im grünen Bereich. Da bin ich aber nochmal glimpflich davon gekommen.

 

DANN KAM DIE SCHWANGERSCHAFT

Jede Frau die bereits eine Schwangerschaft erlebt hat, weiß, dass es Situationen gibt, in denen man die Kontrolle über den eigenen Körper verliert. Einfach so, ohne Vorwarnung. Sei es das nicht vorhersehbare Wasserlassen oder das nicht zu unterdrückende Weinen, sobald wir auch nur an etwas (für uns) trauriges denken.

 

Da steht man also, hochschwanger und da ist sie wieder, die Luft im Bauch. Ich entschied also mich hinzusetzen, vielleicht war die Position ja angenehmer und der Druck würde weniger.

Ich lasse mich so galant es geht, mit einem guten Überschuss an Kilos, so grazil wie ein Wal, auf das Sofa fallen …*Knatter*. Eine Sekunde lang überlegte ich, das Geräusch auf das Ledersofa zu schieben. Doch der Blick in das Gesicht meines Freundes verriet, ich konnte mir dies ersparen. Er lachte so herzhaft, dass er fast vom Sofa fiel. Als er sich wieder fing, sagte er, er fände es wäre höchste Zeit, dem »Versteckspiel« ein Ende zu bereiten und ob ich denn wirklich geglaubt hätte, meine nächtlichen »Furzeskapaden« seien zu überhören?!

 

Ich spürte, wie mein Gesicht vor Scham rot anlief, doch dann musste auch ich kräftig lachen.

 

Von uns Frauen wird fortwährend erwartet, dass wir ein bestimmtes Bild verkörpern. Dabei haben wir auch einfach menschliche Bedürfnisse, für die wir uns meiner Meinung nach auch nicht schämen müssen. Ist es denn wirklich so schrecklich, dass wir Frauen auch mal überschüssige Luft loswerden müssen? Bei uns ist es das jedenfalls nicht mehr.

 

1 Kommentare

  • Olga

    Das ist herrlich! 😂😂😂 Danke

    Dezember 10, 2017 at 5:09 pm

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