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Der Horror mit dem Kitanavigator

Schon im frühen Stadium meiner Schwangerschaft mit Gene, bekam ich vielerlei guter Ratschläge bezüglich der frühzeitigen Anmeldezeit für Kindergärten. Man warnte mich vor, es gäbe dieses neue System „Kitanavigator“ und wie schwer es wohl seitdem wäre, nicht nur den passenden, sondern überhaupt einen Kindergartenplatz zu finden.

 

Ich belächelte diese Aussagen, denn ich fand es wirklich absurd, mir schon während der Schwangerschaft Kindergärten anzusehen. Schließlich war Gene nicht mein erstes Kind, ich wusste also ziemlich genau wie es lief: Wunschkindergarten heraussuchen, anrufen, Termin vereinbaren, das Kind von der bestmöglichen Seite präsentieren, betonen wie viel und gern man ehrenamtlich im Kindergarten mithilft, Anmeldung ausfüllen und die Sache wäre geritzt. So sehr konnte dieses Phänomen Kitanavigator die Annahmebedingungen für Kinder doch nicht verändert haben.

 

Pustekuchen!!!

 

So lief es vielleicht bei Giulio im Jahre 2009. Wir merkten schnell, dass diese Zeiten längst vorbei waren. Der viel diskutierte Kitanavigator eilte seinem Ruf voraus und machte uns nur Probleme.

 

Nachdem ich mir meine Wunschkindergärten in unserer unmittelbarer Nähe herausgesucht hatte – Gene war derweil sechs Monate alt – warteten wir gespannt auf eine Antwort. Drei Monate vergingen und nichts geschah. Aus Angst davor, keinen Platz für meinen Sohn zu erhalten, fügte ich noch ein paar andere Kindergärten zu meinen Favoriten hinzu, ich dachte mir: „besser zu viel als zu wenig!“.

 

Nach fast einem Jahr hatten wir nichts als Absagen erhalten und die Option auf einen Kindergartenplatz rückte in weite Ferne. Näher kam jedoch der Tag, an dem ich wieder zur Schule gehen würde. Doch wie, ohne die passende Betreuung für mein Kind?!

 

Wir hatten Glück, durch einen Freund meines Mannes, der zufällig einige private Tageseinrichtungen für Kinder unter drei Jahren führte, bekamen wir sehr kurzfristig einen Platz für Gene. Dieser Platz wurde uns NICHT durch den Kitanavigator zugeteilt, sondern einzig und allein durch Vitamin B.

 

Der Kindergarten war ein Traum, doch wir wussten, dass Gene diesen nur bis zu seinem dritten Lebensjahr besuchen konnte. Danach musste ein neuer Kindergarten her.

Die Zeit verflog und endlich bekamen wir eine Einladung in einen unserer Wunschkindergärten, erst einmal zur Besichtigung. Diese war der absolute Horror! Gene bekam einen seiner Tobsuchtsanfälle und schrie den ganzen Kindergarten zusammen, weil wir sein Lieblingsauto daheim vergessen hatten. Mein Mann und ich merkten, dass die Leiterin des Kindergartens alles andere als begeistert von seinem Verhalten war. Wir wussten: „von denen hören wir so schnell nichts mehr“. Da half auch das gute Benehmen von Giulio – meinem älteren Sohn – nichts mehr. Die Leiterin hatte etwas von einer Warteliste mit fast zweihundert Kindern erzählt, wir wussten, die Chance dort einen Platz zu ergattern war verschwindend gering. Das Gefühl, dass dies der richtige Kindergarten für unseren Sohn war, hatten wir ohnehin nicht.

Wir wussten, es würde ein schwieriges Unterfangen werden, den richtigen Platz für unseren Sohn zu finden.

 

Da die Zeit knapp wurde und der Kitanavigator uns nichts als Absagen bescherte, versuchten wir unserer Glück persönlich in den Einrichtungen, doch wo wir auch hingingen und anriefen, man verwies immer nur auf den Navigator und bat uns um Geduld.

 

Ich klagte mein Leid meiner Nachbarin, deren Kinder in einem unserer favorisierten Kindergärten waren. Sie versprach mir, die Ohren offen zu halten und unseren Namen ins Spiel zu bringen, sobald sich die Möglichkeit anbot.

 

Keine sieben Tage später bekam ich von ihr die Telefonnummer der Kindergartenleiterin, mit der Bitte um Rückruf, da wohl zum Sommer ein Platz frei würde. Wir riefen an, bekamen gleich einen Termin und bekamen den Platz.

 

Von genau dem Kindergarten, der uns zuvor via Kindernavigator eine Absage geschickt hatte. Gene liebt den Kindergarten und auch wir sind sehr zufrieden.

 

Doch wie kam es, dass der Kitanavigator uns eine Absage gab und durch etwas Vitamin B prompt eine Zusage folgte?

 

Ich frage mich, was geschehen wäre, wenn die Nachbarin kein gutes Wort für uns eingelegt hätte?! Ich nehme an, ich hätte schlichtweg die Schule abbrechen müssen, um mein Kind zu betreuen. Nachträglich erfuhren wir, dass die Kindergärten sehen können wie viele „Favoriten“ man anklickt. Demnach wird es wohl nicht gern gesehen, wenn man „zu viele“ favorisiert. Doch was sollen Eltern in ihrer Not sonst tun?!

Der Kitanavigator erfüllt aus meiner Sicht nicht seinen Zweck. Im Gegenteil, er macht es Eltern fast unmöglich einen Platz zu finden. Ich bevorzuge die Zeiten, in denen man sich persönlich vorstellen konnte und kein Online Formular über eine Annahme des Kindes entschied.

5 Kommentare

  • Jb

    Sehr toll geschrieben und ich kann gut verstehen,wie wahnsinnig einen das machen kann. Ich habe das Glück selbst in einer Kita zu arbeiten. Durch meine tolle Chefin habe ich auch einen Kitaplatz bekommen,damit ich wieder arbeiten kann. Leider müssen die Anmeldungen erst im Kitanavigator registriert sein,um einen Platz bekommen zu können. Wenn zu uns Eltern kommen,die ihr Kind anmelden möchten,müssen wir immer zuerst nach dem Kitanavigator fragen. Wir sind allerdings auch offen dafür, dann die Kita zu zeigen und ein persönliches Gespräch zu führen. Dann wird auch deutlich,wie dringend der Platz benötigt wird und welche Umstände in einer Familie vorhanden sind.
    Ich finde aber auch,der Kitanavigator ist umständlich und absolut nicht für jeden brauchbar

    September 23, 2017 at 6:49 am
  • Jussy

    Der reinste Horror! Dieses Theater haben wir auch durchmachen müssen, Durch Zufall haben wir nun einen Kitaplatz in einer ganz tollen Einrichtung für unsere Älteste bekommen, leider ist dieser fast 30 Autominuten von unserem zuhause entfernt, es kommen also erhebliche Fahrtkosten zu den Betreuungskosten hinzu, aber welche Wahl wird einem denn noch gelassen? Keine! Einrichtungen in unmittelbarer Nähe lehnen ständig über den Navigator ab. Ich hoffe nur sehr, dass unsere jüngste nächstes Jahr gute Chancen als Geschwisterkind in unserer jetzigen Einrichtung hat. Das ist nun wohl unsere größte Sorge.. 🙁

    September 24, 2017 at 10:04 am
  • Aexpammome

    First things first, you need to set a set target date when ever you are going to completely quit, including 2 or 3 weeks from now. He is content, and also the the complete opposite of our thoughts later years has in store for us.
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    Februar 15, 2018 at 3:02 pm

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